Über uns

Wer auf der Bundesstraße 103 von der Hansestadt Rostock nach Laage fährt, entdeckt rechter Hand auf halber chronikStrecke einen hohen Aufsteller: „Schlosshotel Nordland“. Soll die Neugier befriedigt werden, heißt es, einige Augenblicke später abzubiegen. Eine schmale Landstraße führt nach Groß Potrems. Und was bisher nur zwischen den Baumkronen aufblitzte, wird jetzt in ganzer Schönheit sichtbar: ein sich in Weiß und zartem Gelb zeigendes spätklassizistisches Herrenhaus. Davor recken sich mächtige Kastanien und Linden in die Höhe, und hinter der dreiflügeligen Anlage lockt ein weitläufiger Park.
Hoch über dem Eingangsportal findet der Betrachter zwei Wappen mit den Jahreszahlen 1879 und 1891. Die erste weist auf einen verheerenden Großbrand hin, der das erst 1871 errichtete Gebäude bis auf die Kellergemäuer zerstörte; die zweite kündet vom vollendeten Wiederaufbau.

Tradition vom Mittelalter an

chronikDie Geschichte des Rittergutes aber geht viel weiter zurück, bis ins späte Mittelalter. Schon 1373 ist vom Gut „Potremetze“ die Rede. Der Name lässt sich mit dem altslawischen „tremu“ erklären, was „Haus“ und „Turm“ bedeutet, und erinnert an wendische Vorzeit. Anno 1445 ist ein „Goethe von Bülow zu Potremetze“ nachweisbar. Mehr als 300 Jahre sollte die Adelsfamilie von Bülow das Gut besitzen.

Mitte des 18. Jahrhunderts aber wurde es verkauft, ging von Hand zu Hand, gehörte gar einmal dem durch Getreidehandel reich gewordenen Rostocker Kaufmann Johann Prüssing, bis endlich im Jahre 1804 eine Zeit der Beständigkeit begann. Fritz von Gadow, bislang beheimatet in Hugoldsdorf bei Tribsees, kaufte das Gut, das Geld – über 200.000 Taler – hatte er von seiner Frau Annette von Prien aus dem benachbarten Dummerstorf. Blieb in den ersten Jahrzehnten der wirtschaftliche Erfolg eher bescheiden, so gelang es den späteren Generationen, vor allem durch Melioration die Erträge zu steigern. Der Bestand an Milchkühen wuchs, und im Frühjahr 1887 – der Neubau des Gutshauses war noch nicht abgeschlossen – stellte Fritz III. von Gadow das Gelände für eine Genossenschafts-Molkerei zur Verfügung und wurde deren Direktor. Zwei Kiesgruben brachten zusätzliche Gewinne, nicht zuletzt durch den wachsenden Baustoffbedarf im nahen Rostock.

Bis zur Enteignung und der im Jahre 1946 erfolgten Aufteilung des Bodens an 34 Neusiedler war das Rittergut mit dem „Schloss“ genannten Herrenhaus ein prosperierendes Unternehmen. Von den rund 600 Hektar, die der Besitz umfasste, wurden etwa zwei Drittel landwirtschaftlich genutzt. In den Ställen standen über 100 Milchkühe, 40 Ackerpferde, dazu Reitpferde und 25 Fohlen. Scheune, Reithalle, Stellmacherei und Schmiede, 16 Tagelöhner-Katen – ein in sich geschlossenes Areal, auf dem rund 80 „Seelen“ lebten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gutshaus – wie so viele andere mecklenburgische Herrensitze – zunächst eine Zuflucht für Flüchtlinge und Vertriebene. Im Obergeschoß entstanden nach und nach Wohnungen, im ehemaligen Salon fand der Dorfkonsum seinen Platz, und der große Rittersaal diente zu Veranstaltungen. Das „Schloss“ wurde, was es früher auf ganz andere Art war, ein dörfliches Zentrum. Der alte Glanz ging mehr und mehr verloren, auch wenn der Gemeindeverband Dummerstorf in den siebziger und achtziger Jahren für Reparaturen und Renovierungen sorgte. Nach der „Wende“ erlebte das Gutshaus ein zweites Ende. Vorbei die Zeit der LPG-Feste, der Konsum machte dicht, und was von einstiger Herrlichkeit noch geblieben war, drohte nun vollends zu verfallen.

Das Schloss der Neuzeit

chronikDer erste Schritt zu einem Neuanfang chronikgeschah im Jahre 1993. Der Berliner Erwin Opel, Besitzer kleiner Villen-Hotels in der Hauptstadt, kaufte über einen Makler das heruntergekommene Gebäude. Als er es zum ersten Mal sah, erschrak er. Sollte daraus je ein Gäste anlockendes Hotel werden? Trotz aller Bedenken aber überwog das Gefühl, hier, nicht weit von Autobahn und Flughafen, könnte sich auf Dauer der Erfolg einstellen. Nach Plänen eines Rostocker Architekten wurde das Gebäude aufwendig saniert. Alles sollte – außen wie innen – möglichst in den alten Zustand versetzt werden. Die Möbel wurden, bis auf einige Antiquitäten, in Italien gekauft. Komfort war gewollt. Im März 1997 konnte dann endlich das „Schlosshotel Nordland“ eröffnet werden. Im September des gleichen Jahres präsentierte es sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Offenes Denkmal“.

Das Ergebnis dreijähriger Mühen kann sich sehen lassen. Die mehr als 30 Zimmer auf drei Ebenen – vom Souterrain bis zum zweiten Obergeschoß, das über eine Wendeltreppe mit auffallendem Kuppeldach aus farbigem Glas zu erreichen ist – sind überraschend groß und versprechen auch am Tage einen angenehmen Aufenthalt. Jedes der Zimmer ist unterschiedlich ausgestattet, am schönsten ist die luxuriöse Katharinensuite, die bei Brautpaaren hoch im Kurs steht. Das Schmuckstück des Schlosses ist der Rittersaal mit sehenswerter Stuckdecke und reich verzierten farbigen Wappen, der als Restaurant genutzt wird und schon für manchen Musikabend einen festlichen Rahmen abgab.

chronik

Der Park hinter dem leuchtend hellen einstigen Gutshaus bietet die Möglichkeit zu einem erholsamen Spaziergang und zu einem Blick in die Vergangenheit. In seiner Mitte liegt, umgeben von einer Feldsteinmauer, der Friedhof der Familie Gadow. Als letzter in einer langen Reihe wurde hier 1946 Fritz IV. von Gadow beigesetzt. Zurückgekehrt in die Gegenwart, schaut man durch eine Lücke im Kreis der alten Bäume auf Wiesen und Felder, sieht die Baumreihe der nahen Chaussee, erkennt Autos, klein wie Spielzeuge, als seien sie aus einer anderen Welt.

Comments are closed.

Aufgrund der Geschäftsschließung zum 30.6.2017 sind keine Buchungen möglich.

 

Angekündigte Veranstaltungen finden in Schloss K statt.

http://schloss-k.de/veranstaltungen.php